Niederrhein

Napoleon's Nordkanal

Mit Nordkanal (französisch „Grand Canal du Nord“) wird ein im Jahre 1806 von Napoléon initiiertes Projekt zum Bau einer Wasserstraße zwischen dem Seehafen Antwerpen, der Maas und dem Rhein bezeichnet. Damals stand das Rheinland unter französischer Besatzung. Von dem Kanal wurden nur Teilstücke von Neuss bis Neersen (in NRW) und von Nederweert bis Beringe/Helden (in den Niederlanden, dort Noordervaart genannt) realisiert.

Radroute des Jahres 2009
Radroute des Jahres 2009

Der (geplante) Verlauf des Nordkanals rot markiert auf einer der Infotafeln am Kanal
Der (geplante) Verlauf des Nordkanals rot markiert auf einer der Infotafeln am Kanal
Stelze am Wegesrand
Stelze am Wegesrand

Interessant für die Region Niederrhein wurde es im Jahr 2002 als im Rahmen der Euroga der Nordkanal und seine verbindende, überregionale Bedeutung wiederentdeckt wurde. So entstanden in der Folge zahlreiche Stadtbau- und Kunstprojekte.

 

Besonders auffällig ist die Markierung des (geplanten) Verlaufs des Nordkanals im Rahmen eines länderübergreifenden Radwegs. Dieser ist auf deutscher Seite mit blau/türkisen Markierungen auf dem Boden oder mit Stelzen markiert. Teilweise wird das Konzept auch auf der niederländischen Seite vereinfacht fortgeführt.

 

Nicht alle Projekte können abgebildet werden, aber ich möchte eine kleine Auswahl zeigen und empfehle eine ausgiebige Radtour für alle kleinen oder großen Highlights der Strecke.

Stelze mit Graffiti
Stelze mit Graffiti

Projektbeispiele am Nordkanal


Viersen: Alte Dienstwohnungen

Am ehemaligen Standort der britischen Kaserne wurde seitens der Stadt Viersen ein neuer Stadtteil gebaut. HTeile des Nordkanals als Wasserachse sind in die Bebauung eingebunden und natürlich wurde auch der Radweg mit seinen typischen Markierungen aufgenommen. In der Mitte befindet sich mit dem Steinkreis ein Kunstobjekt mit 10 großen Findlingen und eingeritzte Motive des Künstlers Anatol Herzfeld. Ursprünglich waren hier 19 Dienstwohnungen zur Bewirtschaftung des Nordkanals geplant.

Steinkreis in Viersen
Steinkreis in Viersen

Willich/Mönchengladbach: Schwebefähre

Im Rahmen der Euroga 2002/2003 wurde im Jahr 2003 die manuell zu bedienende Schwebefähre über die Niers errichtet. Dort kann man vom Neuwerker Donk  zum Neersener Cloerbruch samt Fahrrad übersetzen und damit eine der seltenen,nutzbaren Schwebefähren in Europa nutzen. Sie ist Bestandteil der Radwanderwege „Fietsallee am Nordkanal“  und des Europa Radwanderweges.

Seitenansicht der Schwebefähre in Neersen
Seitenansicht der Schwebefähre in Neersen

Die rot-weissen Stelzen und die neu gepflanzten Schwarzerlen symbolisieren den (geplanten) Verlauf des Kanals und natürlich sind auch die türkisfarbenen Stelzen am Radweg hier wegbegleitend.

Silhouetten von Kanalschiffen und Markierungen des Nordkanals bei Neersen
Silhouetten von Kanalschiffen und Markierungen des Nordkanals bei Neersen

Kaarst: Brücken über den Nordkanal

Der Nordkanal wurde im Rahmen der Euroga 2002 auch für die Kunst entdeckt. Direkt am grenzüberschreitenden Nordkanal-Radweg befindet sich am Haltepunkt der Regiobahn die Statue "Brücken über den Nordkanal" von Wilhelm Schiefer.

Skulptur "Brücken über den Nordkanal"
Skulptur "Brücken über den Nordkanal"

Aus Holz und Stahl wurde hier eine 14 Meter hohe Skulptur verbindet beide Uferseiten und wird unten von einer regulären Fußgängerbrücke durchlaufen. Die besondere Rolle des Nordkanals, als Verkehrsweg per hier laufender Schiene, Wasser- und Landstraße sowie auch die lokale geschichtliche Bedeutung als Grenze zwischen den Ortsteilen Kaarst und Büttgen wird hier aufgenommen und die Skulptur schafft neue (Quer-)Verbindungen. Die fünf kleinen Häuser stellen die Stadtteile von Kaarst (Kaarst, Büttgen, Driesch, Holzbüttgen und Vorst) dar und gehen auch hier wieder auf das eher distanzierte Verhältnis der Gemeinden zueinander ein.

Fußgängerbrücke unter der Skulptur & links der Haltepunkt der Regionbahn Kaarster See
Fußgängerbrücke unter der Skulptur & links der Haltepunkt der Regionbahn Kaarster See

Straelen: Schleuse Louisenburg

Am Napoleonweg in Straelen liegt die Schleuse "Louiseburg" als ein bis heute erhaltenes Baudenkmal des „Grand Canal du Nord“. Die Namensgebung erfolgte zu Ehren von Marie-Louise, der Ehefrau Napoleons noch zu Zeiten der französischen Besatzung. Angelegt, aber nie fertiggestellt sollte Sie den Höhenunterschied Maas/Rhein als eine von 7 geplanten Schleusen für Schiffe überbrückbar machen. 

Schleuse (Wasserblick Nr.5 des Naturpark Schwalm-Nette)
Schleuse (Wasserblick Nr.5 des Naturpark Schwalm-Nette)