Wassenberg

Wassenberg liegt im Kreis Heinsberg, ca. 15 km von Roermond und 25 km von Mönchengladbach entfernt im Tal des kleinen Flüsschens Rur an den Hängen des Wassenberger Horstes. Diese idyllische Lage am Nationalpark MeinWeg und im Naturpark Maas-Schwalm-Nette zieht regelmässig viele Besucher in den kleinen Ort. 

Aussicht vor dem Eingang des Bergfrieds von Wassenberg
Aussicht vor dem Eingang des Bergfrieds von Wassenberg

Die um 1020 erstmals urkundlich erwähnte Stadt war Austragungsort vieler kriegerischer Auseinandersetzungen bereits seit der Römerzeit. Später wurde der Ort von den Wikingern überfallen und als Aufmarschgebiet in mittelalterlichen Erbstreitigkeiten wie die Schlacht um die Kaiserkrone zwischen dem Sohn Barbarossas und Otto IV von Braunschweig hineingezogen. Wassenberg war um 1530 auch Mittelpunkt der Wiedertäuferbewegung am Niederrhein und die Burg war kurzzeitig Fluchtpunkt für die Führer der Bewegung.

Stadtmauer und Einfahrt in die Altstadt von Wassenberg
Stadtmauer und Einfahrt in die Altstadt von Wassenberg

Wie fast alle Gebiete am Niederrhein marschierten ab 1794 hier die Franzosen ein und die Stadtrechte wurden bis zum Ende der Herrschaft 1814 ausgesetzt. Später folgte durch den Wiener Kongress die Neuordnung der Stadtfläche und die Stadt wurde unter großen Gebietsverlusten Preussen zugeordnet. Während der 1.Weltkrieg noch vergleichsweise unbeschadet an den Einwohner vorbeiging, folgte mit dem unmittelbar in der Nähe liegenden Westwall und dem kriegerischen Einmarsch in die Nachbarländer sowie dem späteren Rückzug im 2. Weltkrieg eine Welle der Zerstörung.

Schon im Jahr 1273 erhielt die reiche Gemeinde Stadt-, Markt- und Gerichtsrechte zugesprochen. Seit jeher waren die Einwohner als Gewerbetreibende wohlhabend. Später bildete ab dem 16. Jahrhundert das durch niederländische Flüchtlinge eingeführte Weberhandwerk neben der Flachsproduktion die wirtschaftliche Grundlage für die weitere Zukunft. Diese Branche verlor nach Ihrer Hochzeit im 19. Jahrhundert, spätestens aber ab dem Ende des 20. Jahrhundert stark an Bedeutung. Später beendeten auch andere große Arbeitgeber wie der britische Militärflughafen und die Steinkohlezeche Ihre Tätigkeit. Somit sind viele der rund 17.000 Wassenberger nun wieder als Handwerker und Gewerbetreibende aktiv.

Burg Wassenberg

Burg Wassenberg
Burg Wassenberg

Vorgänger der Burg Wassenberg war vermutlich eine Befestigung aus der Römerzeit zur Bewachung der Heerstraße, die zwischen der Eifel und der Maas entlang führte. Urkundlich belegt ist der Übergang in eine Grafschaft um 1020, als das Grafenhaus Wassenberg durch ein Geschenk von Kaiser Heinrich II begründet wurde. Der neue Graf Gerhard wählte die Burg bzw. die sich hier befindliche Motte zu seinem neuen Sitz. Gerhard ist auch ein Vorfahre der am Niederrhein weit verbreiteten Krickenbecks. Die Burg ist neben der Burg in Liedberg und Kleve eine der drei Höhenburgen am Niederrhein und befindet sich auf 92m ü. NN. Der Bergfried ist um 1420 erbaut worden und thront seitdem weit sichtbar über der Stadt. Auch die restlichen, erhaltenen Teile der Burg und Stadtbefestigung sind ungefähr aus dieser Zeit. Vor der Burg befindet sich eine Statue mit dem heiligen Georg, die eine Kampfszene mit einem Drachen zeigt. Heute befindet sich in der Burg ein Hotel und Restaurant.

Burg Wassenberg

Der Bergfried und Parkanlage

Befestigungsanlagen

Die mittelalterliche Stadtbefestigung ist in einigen Teilen noch erhalten, wie z.B. der Bergfried, ein Teil der Stadtmauer, das Rosstor und drei der ehemals sechs Wehrtürme. Diese umfangreichen Schutzmassnahmen waren aufgrund des früheren Wohlstands der Stadt notwendig und mussten einige kriegerische Auseinandersetzung in der damaligen Zeit aushalten. Zwischen 16. und 17.Jahrhundert war die Region Aufmarschgebiet für 5 Kriege. Zu dieser Zeit war die Stadtmauer über einen Kilometer lang.

Stadtmauer

Wehrturm nahe der Kirche St.Georg

Wehrturm am Stadtpark

Gartenpark Wassenberg

Neben den Grünanlagen am Bergfried, die weiter oben bereits auf Fotos zu sehen war, befindet sich gegenüber der Burganlage noch eine schön gestaltete, terrassenartige Parkanlage. Neben der Wasserfläche des Gondelweihers ist sicherlich das Arboretum "Küstersgarten" hier besonders herausragend. Der Mitbegründer des Wassenbergers Verschönerungsvereins Wilhelm Küsters legte um 1870  hier eine Sammlung von Gewächsen rund um den großen Mammutbaum an. 

Blick auf St.Georg vom Gondelweiher
Blick auf St.Georg vom Gondelweiher

Küsters Garten und Gondelweiher

Rosarium / Rosengarten

St.Georg Basilika

Kirche St. Georg Wassenberg
Kirche St. Georg Wassenberg

Um 1118 wurde die römisch-katholische Kirche St. Georg als Stiftsitz von Wassenberg erbaut und vom Bischof von Lüttich geweiht. 1250 folgte die erste Erweiterung von zwei- auf dreischiffige Pfeilerbasilika. 1420 wurde der gotische Glockenturm angefügt. 1944/1945 wurde die Kirche teilweise im Krieg zerstört und 10 Jahre später mit 270- Sitz und 400 Stehplätzen wiederaufgebaut. Daher ist die Ausstattung, Verglasung und das Glockenwerk aus der Nachkriegszeit. Nur wenige Teile, wie das Tragaltärchen aus dem 12. Jahrhundert oder das Taufbecken von 1500 sind erhalten.

Altes Rathaus

In der Ortsmitte befindet sich das ehemalige Rathaus von Wassenberg. Das Gebäude am Rossmarkt wurde nach dem Krieg wiederaufgebaut und basiert in den Grundzügen noch auf den Vorgängerbau von 1753. Im Neu- und Umbau wurde jedoch das Gebäude vergrößert und nachdem der Stadtrat 1987 auszog für Gastronomie und Firmen umgewidmet. Im Rahmen dieses Umbaus mussten Bergbauschäden der naheliegenden Zeche beseitigt werden. Noch heute können die Wassenberger hier heiraten.

Rathaus Wassenberg
Rathaus Wassenberg

Rund um das Rathaus befinden sich eine Reihe denkmalgeschützter Gebäude, Kunstwerke und Brunnen. U.a. auch die Marktsäule, die an die Marktrechte erinnern soll und 2003 wiederaufgebaut wurde. Am südlichen Ende kann man durch das Rosstor, einem Stadttor aus dem 14. Jahrhundert gehen.

S. Lucas Fotografie

Das Niederrhein-Album

Sascha Lucas

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