Kevelaer

Im Zentrum des Kreises Kleve liegt Kevelaer, einer der wichtigsten Marien-Wallfahrtsorte Nord-Europas und Deutschlands mit jährlich über 800.000 Besuchern. 

 

Die Bedeutung als Wallfahrtsort gewann Kevelaer ab 1642, als durch einen örtlichen Händler eine Kapelle (die heutige Gnadenkapelle) erbaut wurde. Diese Kapelle zeigt seitdem einen geweihten Kupferstich der Gottesmutter Maria und in der kirchlichen Geschichtsschreibung wurden an diesem Ort bereits viele Wunderheilungen niedergeschrieben.

Inhalt

  • Kirche St. Antonius
  • Marienbasilika
  • Gnadenkapelle
  • Priesterhaus
  • Kerzenkapelle
  • Johanneskapelle
  • Historische Innenstadt
  • Kapelle Maria in der Not

Wallfahrtsort

Kevelaer wurde erstmalig im Jahr 1300 erwähnt, jedoch gehen die Ursprünge der hier vorgefundenen Besiedlungen bis in das Jahr 800 v. Chr. zurück.  Damals war Kevelaer teil des Stiftes Xanten und später Teil des Herzogtums Kleve. In den folgenden Jahrhunderten wechselte nicht nur die politische Zuordnung, sondern auch die religiöse. Oft unter protestantischen (Spanische Niederlande, Dreißigjähriger Krieg), teilweise auch unter katholischen Einfluß sowie unter dem Einfluß der wirtschaftlich immer bedeutenderen Wallfahrt bildete sich hier früh eine starke religiöse Basis. Mit der Französischen Besatzung ab 1792 wurde hier, wie überall am Niederrhein eine Säkularisation betrieben und viele kirchliche Einrichtungen zerstört, verkauft oder umgewidmet. Auch das Kloster der Oratorianer im Ort wurde geschlossen.

 

Ab 1814 wurde Kevelaer preussisch und wechselte zum Bistum Münster, nachdem es lange Zeit dem Bistum Aachen und vorher dem Bistum Roermond angehörte. Seitdem lockerten sich die Bedingungen für Wallfahrten wieder. Die Weltkriege überstand der Ort - obwohl grenznah gelegen und im ersten Weltkrieg auch Garnisonsstadt - vergleichsweise unbeschadet. Nur im März 1945 kam es noch zu schweren Angriffen bei der Schlacht im Reichswald. 

St. Antonius

Die katholische Kirche St.Antonius wurde 1904 erbaut und wurde als Ersatz für die kleine, gotische Dorfkirche aus dem Jahr 1450 erbaut. Im zweiten Weltkrieg wurde diese Kirche zerstört und 1952 wieder aufgebaut. Als 1982 ein Brand die Kirche erneut zerstörte, wurden die erhalten gebliebenen Außenmauern weitergenutzt und mit einem modernen Neubau ergänzt. 1987 konnte erneut die Einweihung durchgeführt werden.

St.Antonius
St.Antonius

Innenansichten

Innenansicht St.Antonius
Innenansicht St.Antonius

Marienbasilika

Die Kirche im neogotischen Stil wurde 1864 fertiggestellt und ist eine klassische dreischiffige, kreuzförmige Basilika mit tiefgestaffeltem Altar, zahlreichen Seitenkapellen und großen separaten Nebenkapellen. 1884 folgt noch der 90m hohe Westturm.

 

Bemerkenswert ist die herausragende Innenausmalung in Anlehnung an Sainte-Chapelle in Paris. 

 

1884 verlieh Papst Leo XIII das Privileg, daß hier durch den Pfarrer oder Bischof der Apostolische Segen viermal jährlich an Festtagen erteilt werden darf. 1923 wurde die Kirche dann zur päpstlichen Basilika minor (wie z.B. auch St.Vitus in Mönchengladbach) erhoben.

 

Die Orgel der Marienbasilika ist die größte deutsch-romantische Orgel der Welt.

 

90m hohe Westturm
90m hohe Westturm

Nebenkapelle der Marienbasilika
Nebenkapelle der Marienbasilika

Innenansicht HAUPTSCHIFF 

Ausgemalter Innenraum
Ausgemalter Innenraum

Gnadenkapelle

Gnadenkapelle
Gnadenkapelle

Zielort der Wallfahrten ist die Gnadenkapelle mit dem Marienbild "Trösterin der Betrübten" neben der Marienbasilika am Kapellenplatz.  

Die Kapelle bzw. der ursprüngliche Bildstock wurde 1641 von einem einfachen Händler (Hendrik Busmann) erbaut und trotz geringem Vermögen mit dem Marienbild ausgestattet.

Seitdem kamen täglich große Menschenmengen aus der näheren Umgebung und es wurden Wunderheilungen niedergeschrieben, so daß immer mehr Besucher hierhin kamen. Erst 1888 wurde die Kapelle künstlerisch ausgestaltet.

 

1987 besuchte der damalige Papst Johannes Paul II, der spätere Papst und damalige Kardinal Ratzinger und Mutter Theresa Kevelaer. Eine Gedenktafel hier erinnert daran.

Hendrick Busmann - der Händler, Erbauer der Gnadenkapelle und Begründer der Wallfahrten
Hendrick Busmann - der Händler, Erbauer der Gnadenkapelle und Begründer der Wallfahrten

Priesterhaus

Im ältesten Steingebäude der Stadt befindet sich die Wallfahrtsleitung und das Pfarrhaus der Kirchengemeinde St.Marien. Ursprünglich war hier das Kloster der Oratorianer ansässig.

Priesterhaus
Priesterhaus

Kerzenkapelle

Ebenfalls neben der Gnadenkapelle befindest sich die älteste Wallfahrtskirche Kevelaers. Erbaut 1645 ist die dem Erzengel Michael gewidmete Kerzenkapelle noch durch einen eher einfachen Stil als schmale, einschiffige Backsteinkirche ohne Turm geprägt.  In der Kirche sind Wappen aus verschiedenen Wallfahrten ausgestellt.

Kerzenkapelle
Kerzenkapelle

Johanneskapelle

Die 1992 - zum 350. jährigen Jubiläum der Wallfahrt in Kevelaer - erbaute Johanneskapelle ist für orthodoxe Christen und befindet sich neben dem Priesterhaus.

Johanneskapelle
Johanneskapelle

Innenstadt

Fußgängerzone in Kevelaer mit Blick auf die Basilika
Fußgängerzone in Kevelaer mit Blick auf die Basilika

Durch die vielen Touristen und Wallfahrer gibt es zahlreiche, auch religiös geprägte Einkaufsmöglichkeiten im historischen Stadtkern. Durch den Anschluss an den Schienenverkehr und den Bahnhof konnten die Besucherzahlen erheblich gesteigert werden.  Aber auch z.B.  Motorradwallfahrten besuchen die Stadt.

Brunnen "Arche Noah" am Luxemburger Platz

Detailaufnahme der Tiere der "Arche Noah"
Detailaufnahme der Tiere der "Arche Noah"

Kapelle "Maria in der Not"

Die kleine Kapelle auf der Bahnhofstraße beeindruckt durch einen wunderschönen Mosaikboden und wird gerne von Motorradfahrern besucht.

Bodenmosaik
Bodenmosaik
Innenraum
Innenraum

S. Lucas Fotografie

Das Niederrhein-Album

Sascha Lucas

Tel. 0151 52444440

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