Tönisvorst

St.Tönis

1970 wurde im Rahmen der kommunalen Reform aus den Gemeinden Vorst und St. Tönis die neue Stadt Tönisvorst gebildet. Heute ist St.Tönis mit über 20.000 Einwohner ca. viermal so groß wie Vorst. Das war aber gerade in den ersten Jahrhunderten der Stadtgeschichte noch anders. 

Alter Stadtplan
Alter Stadtplan

St.Tönis wurde in der ersten urkundlichen Erwähnung 1188 noch als "öde Heide" mit einigen Bauernhöfe aufgeführt, während Vorst bereits gewissen Bedeutung und eine Kapelle hatte. Erst 1380 kann auch in St. Tönis mit dem Bau der ersten Kapelle nachgezogen werden. 

Anfangs hieß der Ort noch "Sankt Antonius in der Heyde" oder später nur St. Antonius und nimmt damit Bezug auf den Heiligen Antonius, von dem wir weiter unten noch mehr lesen werden. "Tönis" wurde später die umgangssprachliche Abkürzung von Antonius und der Ort erhielt seinen jetzigen Namen.

Im 16. Jahrhundert führte der Truchsessische Krieg zu einer Zerstörung des Dorfes. Daraus resultierend baute man einen Schutzwall und drei Einlasstore. Diese hatten bis zum Anfang des 19. Jahrhundert noch Bestand und der Verlauf ist noch heute im Ortsbild zu erkennen. Liebevoll hält der Heimatbund St.Tönis solche Erinnerungen durch das Anbringen von Hinweisschildern am Leben.

Standort des ehemaligen Niedertors
Standort des ehemaligen Niedertors

Erst ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich das damalige "St.Thönhis" deutlich weiter. Durch die Patronatschaft von St. Antonius erhofften sich die Bauern der Region bei einem Besuch des Orts Unterstützung gegen die grassierenden Viehseuchen und Pest. Damit wurde die kleine Gemeinde ein Wallfahrtsort.


Altes Rathaus

Altes Rathaus St.Tönis in Tönisvorst
Altes Rathaus St.Tönis in Tönisvorst

1877 wurde ein ehemaliger Bauernhof am Marktplatz zum Rathaus von St. Tönis umgebaut. Bis 1964 wurde das Gebäude anschließend genutzt und danach als privates Wohnhaus umgewidmet. Zu diesem Zeitpunkt wurde das neue Rathaus an der Bahnstraße eröffnet, wo sich heute die Stadtverwaltung befindet. Mit der Verleihung der Stadtrechte 1979 wurde das Haus von der Stadt Tönisvorst zurückgekauft und ist wieder Bürgermeistersitz.

Streuff-Mühle

Streuff-Mühle in Tönisvorst St.Tönis
Streuff-Mühle in Tönisvorst St.Tönis

Das Wahrzeichen des Tönisvorster Stadtteils St.Tönis ist die 1769 durch die kurfürstliche Hofkammer erbaute Streuff-Mühle. Damals ersetzte diese die davor existierende Bockwindmühle.  Der einfache, gemauerte Baustil der Turmwindmühle ist seitdem auch im Wesentlichen unverändert geblieben. Das Umfeld wurde in den letzten Jahrzehnten stark bebaut, so daß die Mühle nicht mehr wie früher freistehend ist.

Namensgeberin

Namensgeberin war die Familie Streuff, die viele Jahrzehnte bis 1951 im Besitz der Mühle war. Zum Korn mahlen wurde die Mühle von dieser noch bis zum Zweiten Weltkrieg genutzt.


Die Mühle wird seit vielen Jahren durch private Initiativen, u.a. des St. Töniser Heimatbundes restauriert und in Stand gehalten. So zerstörte 2007 der am Niederrhein tobende Orkan Kyrill fast die Flügel der Mühle, so daß diese abgenommen werden mussten. Erst 2009 konnten diese wieder an der Mühle befestigt werden, da zwischenzeitlich die Finanzierung der Versicherungsgebühren nicht gesichert waren. Dieses unterstützt seitdem ein privater Förderverein seitdem zusammen mit der Stadt Tönisvorst.

Wasserturm

Wasserturm in St.Tönis
Wasserturm in St.Tönis

Für die damals rund 3.000 St.Töniser wurde 1928-1929 ein achteckiger Wasserturm gebaut. Aus dem 30 Meter hohen Turm wurde zentral und hygienisch das Dorf noch bis 1996 mit Wasser versorgt.  Nach einigen Jahren Leerstand wird das Gebäude jetzt als Café und Restaurant genutzt.

Cafe Eigenwillig im Wasserturm

Das Cafe nutzt drei Etagen des Wasserturms und bietet hier neben einem Cafe auch eine Lounge, Bar und große Aussenterasse.

Am Wasserturm 34a, 47918 Tönisvorst - cafeeigenwillig@aol.com
Die Öffnungszeiten sind Montags bis Mittwochs von 9-18 Uhr, Samstag von 9-17 Uhr, Freitags von 9-14 Uhr und Sonntags von 10-18 Uhr

Kirche St.Cornelius

Kirche St. Cornelius in St. Tönis
Kirche St. Cornelius in St. Tönis

Vorläufer der Kirche in St. Tönis war eine kleine Kapelle in der "Osterheide", die für die hier ansässigen Bauern ca. 1380 errichtet wurde. Diese gilt als Geburtsstunde von St.Tönis. Erst rund 400 Jahre später als der heutige Ortsteil Vorst - im Jahr 1510 - hatte auch St. Tönis eine Kirche mit Taufrecht und konnte endlich als eigenständige Gemeinde betrachtet werden. 1554 erfolgte dann die Loslösung von der damaligen Pfarre Kempen. 

Glocken

Die Glockenschläge können auf der WDR-Homepage angehört werden.

1585 und wieder 1642 brannte nach kriegerischen Auseinandersetzungen in der Schlacht an der Landwehr die Kirche ab und musste wiederaufgebaut werden. Im wesentlichen stammt die Kirche daher aus dem 17. Jahrhundert.


In den folgenden Jahren wuchs St. Tönis immer stärker und Mitte des 19. Jahrhunderts musste der sich hier seit 1396 befindliche Friedhof direkt an der Kirche geschlossen werden und ein neuer Friedhof und auch Kirchturm wurde eröffnet. Rund um den großen Kirchhof findet man auch heute noch viele Grabsteine.

Im 2.Weltkrieg wurde die Kirche im Rahmen eines Fliegerbomberangriffs 1942 schwer getroffen, konnte aber nach Kriegsende sehr schnell wieder repariert werden. 1947 erfolgte bereits die Wiedereröffnung.

St. Antonius Statue

St. Antonius Statue vor St. Cornelius Kirche
St. Antonius vor St. Cornelius

Der wahre Schutzpatron von St. Tönis ist wie bereits anfangs erwähnt aber nicht der für die Kirche namensgebenden Heilige Cornelius, sondern der heilige Antonius. 

Heiliger Antonius

Antnoius von Padua war ein 1195 in Lissabon geborener Kirchengelehrter. Er ist Schutzpatron u.a. für Bäcker, Schweinehirten, Bergleite und Reisende. Er soll bei Unfruchtbarkeit und Partnersuche, Fieber, Pest, Schiffsbruch, Kriegsnöten und Viehkrankheiten helfen und war daher besonders im Mittelalter sehr gefragt.

Heiliger Cornelius

Cornelius war von 215-253 Papst. Ihm wird nachgesagt, bei der Erkrankung von Haustieren und Nervenkrankheiten zu helfen.

Dieser begegnet einem immer wieder in der Stadt, u.a. als große Glocke und auch Figur in der Kirche. Besonders auffällig ist er in der Fußgängerzone zu sehen als kleine Statue.

St. Antonius in St. Tönis
St. Antonius in St. Tönis

Schienenverkehr

Strassenbahn

Wilhelmplatz, Haltepunkt der Straßenbahn
Wilhelmplatz, Haltepunkt der Straßenbahn

Die Haltestelle Wihelmplatz in St.Tönis ist Ausgangspunkt für die längste Straßenbahnstrecke in Deutschland. Beginnend von hier aus mit der Straßenbahn 041 der Stadtwerke Krefeld bis nach Witten kann man durchgehend mit Straßen- und Stadtbahnen durch den Niederrhein und das Ruhrgebiet fahren. 

Verlauf

Eine Karte der Route kann hier eingesehen werden.

Die reine Fahrzeit liegt bei ca. 4,5 Stunden; je nach Fahrplanlage  braucht man für die 102 Kilometer lange Tour aber dann doch schon fast 6,5 Stunden. Für die Fahrt wird nur ein Ticket des VRR benötigt.

Eisenbahn

Haltepunkt des Schluffs in St.Tönis
Haltepunkt des Schluffs in St.Tönis

Der Bahnhof St.Tönis ist die Endstation der historischen Dampfeisenbahn "Schluff", die zwischen Krefeld und St.Tönis im Ausflugsverkehr unterwegs ist. 

Die Lok Graf Bismarck XV, eine erst 1947 für den Zechenbetrieb in Gelsenkirchen gebaute Dampflok,  fährt hier auf einer der ältesten Privatbahnstrecken. Vom Bau 1870 bis 1985 wurde die Strecke noch gewerblich genutzt. Seitdem verbindet sie nur noch das Ausflugsgebiet rund um den Hülser Berg in Krefeld mit St. Tönis.