Stadt Willich

Stadtteil Neersen

& Clörath

Störche an der Niers bei Neersen
Störche an der Niers bei Neersen

Neersen wurde um 1250 erstmalig in einer Arbeit der Abtei der Benediktiner in Mönchengladbach erwähnt. Der Name nimmt Bezug auf die am Ort fließende Niers, die bis zur künstlichen Begradigung 1930 noch am Ort vorbeiführte und früher die Wassermühle und Burggraben speiste. Anfang 1600 wurde Neersen auch noch als "Niersen" auf niederländischen Landkarten gefunden. 

Mitte des 13. Jahrhunderts wird die Burg Neersen erstmalig beurkundet und um 1661 das jetzige Schloss. In diesem wohnte das Geschlecht der Virmonds, deren Namen auch noch heute im Ortsbild häufig anzutreffen sind und die für viele Bauten im Ort sich verantwortlich zeigten. Nach bewegten Jahrhunderten im französischen und preussischen Besitztum, in denen Neersen auch eine regionale Bedeutung als Kantonssitz und unter anderem ein Kloster und Bahnhof hatte, wurde ab Anfang des 20. Jahrhunderts das heutige Ortsbild geschaffen.  

Blick auf die Hauptstraße in Neersen in Richtung Ortskern. Rechts befindet sich das Schloss Neersen.
Blick auf die Hauptstraße in Neersen in Richtung Ortskern. Rechts befindet sich das Schloss Neersen.

Die namensgebende Niers verlor seitdem immer mehr Ihre Bedeutung als Wirtschaftsfaktor (siehe Napoleons Nordkanal) und Neersen seine politische und geistige Relevanz in der Region - obwohl hier auch heute noch das Rathaus der Stadt Willich ansässig ist.  Im Rahmen der Gebietsreform 1970 wurde Neersen mit einem Teil von Clörath verschmolzen und schließlich zusammen mit den anderen Gemeinden zur Stadt Willich zusammengeschlossen. Der Ortsteil hat rund 7.000 Einwohner.

Wappen von Neersen

Das Wappen von Neersen wurde bis zur Eingemeindung 1970 geführt und nimmt Bezug (im Uhrzeigsinn von links oben) auf die Geschlechter von Virmond, von der Neersen,  die Kurkölnische Zugehörigkeit (über 800 Jahre), dann wieder auf deren von der Neersen und in der Mitte auf die Herrschaft Nordenbeck, dem Stammsitz der von Virmond.

Wappen von Neersen
Wappen von Neersen

Sonderseiten

Schloss Neersen (Rückseite)
Schloss Neersen (Rückseite)
Nordkanal: Schwebefähre über die Niers
Nordkanal: Schwebefähre über die Niers
Kapelle Klein-Jerusalem
Kapelle Klein-Jerusalem
St. Konrad-Kapelle am Grenzweg
St. Konrad-Kapelle am Grenzweg

Neue Ortsmitte

Insbesondere 2012/2013 wurde in der Ortsmitte von Neersen erheblich investiert und neben einem neuen Supermarkt mit Seniorenwohnungen auch die angrenzende Infrastruktur modernisiert. So wurde z.B. das ehemals nur als Kirche genutzte Gebäude in ein Gemeindezentrum überführt und beheimatet nun auch andere öffentliche Einrichtungen, wie z.B. eine Bücherei. 

Pfarrzentrum / Kirche St. Maria Empfängnis

Seitenschiff der Kirche St.Maria Neersen mit Teil der alten Kirche und neuem Eingang
Seitenschiff der Kirche St.Maria Neersen mit Teil der alten Kirche und neuem Eingang

Arian von Virmond, Herr im Schloss Neersen stiftete 1642 der damaligen Gemeinde die erste Kirche. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Gottesdienste in der Schlosskapelle durchgeführt. Die neue Kirche wurde u.a. der Jungfrau Maria gestiftet und unterstand der größeren Anrather Gemeinde. Mit dem Bau entstand um 1658 auch ein Minoritenkloster zu Unterhaltung der Kirche, welches bis zu Beginn der Franzosenzeit und Säkularisation bestand. In dieser Zeit hatte Neersen seine größte Bedeutung und wurde Kantonsitz, dem z.B. auch ein Teil des heutigen Mönchengladbach unterstand. Die Neersener widmeten damals die Kirche dem Heiligen Napoleon um bei den Franzosen eine weiterhin eigene Kirchengemeinde durchzusetzen. Einen Heiligen mit diesem Namen gab es nicht und somit sollte dieser deutschlandweit einmalige Schachzug dem damaligen Franzosenherrscher beeindrucken und überzeugen. Letztendlich funktionierte dieses aber nicht und das Kloster wurde zum Ende des 18. Jahrhunderts aufgelöst.

1960 wurde die bestehenden Gebäude des Klosters und der Kirche abgerissen und eine neue Kirche errichtet, die noch mit dem Chor der alten Kirche verbunden blieb. 2013 wurde das gesamte Gebäude erneut umgestaltet und die Flächen so aufgeteilt, so daß nun auch eine Bücherei, die Tafel und Caritas hier Platz fanden und ein neues Gemeindezentrum bildeten.


Anschrift

Pfarre St. Maria Empfängnis Neersen

Hauptstr.34, 47877 Willich

Tel. 02156 5205

info@st-maria-neersen.de



Innenansicht Altarraum

Innenraum Altar der Kirche St.Maria Empfängnis Neersen
Innenraum Altar der Kirche St.Maria Empfängnis Neersen

Minoritenplatz

Minoritenplatz Neersen
Minoritenplatz Neersen

Ebenfalls bedeutend ist die Umgestaltung des zentral gelegenen Minoritenplatzes. Namensgeber ist das sich hier ehemals angrenzende Minoritenkloster. 

Minoritenplatz 2012
Minoritenplatz 2012
Minoritenplatz 2014 (Umgestaltung Platz)
Minoritenplatz 2014 (Umgestaltung Platz)
Minoritenplatz 2017 (Umbau Volksbank)
Minoritenplatz 2017 (Umbau Volksbank)

Wie die nachfolgenden Bilder zeigen, wurde hier eine Wiesenfläche und angrenzende Brachfläche zu einem Platz umgestaltet, der für z.B. Wochenmarkt, Volksfeste und Feiern genutzt werden kann. Zum Jahresende 2016 wurde auch das angrenzende Wohngebäude mit der Volksbank modernisiert.

Der Ortskern

Blick auf Schloss Neersen und Einkaufsmöglichkeit vom Minoritenplatz aus
Blick auf Schloss Neersen und Einkaufsmöglichkeit vom Minoritenplatz aus

Wahlefeldsaal & Schützenvereine

Wahlefeldsaal in Neersen
Wahlefeldsaal in Neersen

1908 wurde der Wahlefeldsaal in Nachbarschaft zum damals noch existierenden Klostergebäude gebaut und diente der Neersener Bevölkerung zuerst als Tanzsaal, im zweiten Weltkrieg als Kasino für die Besatzungsmächte und später für 25 Jahre als Kino "Burgtheater". 

Danach verfiel die Bausubstanz und erst 1997 wurde auf Initiative der Schützenbruderschaft St.Sebastianer der Saal von der Bruderschaft erworben und mit Hilfe der Stadt ein Jahr später wieder als Veranstaltungsraum nutzbar gemacht. Heute fasst der Saal ca. 200 Personen und wird gerne für Karnevals- und Schützenaktivitäten genutzt.

Hinweisschild zum Bruderschaftshaus Wahlefeld
Hinweisschild zum Bruderschaftshaus Wahlefeld

Wie alle Willicher Ortsteile hat auch Neersen eine sehr aktive Schützengemeinschaft und mit der o.g. St.Sebastianer Bruderschaft, dem Schützenverein Klein-Jerusalem und der St.Konrad Schützengilde gleich drei aktive Vereine. 

Somit wird auch gleich dreimal gefeiert, in der Regel im Mai startet das Fest an der Kapelle Klein-Jerusalem, im Juni im Ortskern mit den St.Sebastianern und im Juli enden die Festlichkeiten an der Niers mit der St.Konrad Schützengilde und der dortigen feucht-fröhlichen Erstürmung der Königsburg.

Schützenbaum in Neersen
Schützenbaum in Neersen

Technisches Rathaus am Schloss

Technisches Rathaus Stadt Willich
Technisches Rathaus Stadt Willich

Die meisten Bereiche der städtischen Verwaltung und auch das Bürgermeisterbüro befinden sich im Schloss Neersen als Rathaus der Stadt Willich. Direkt daneben wurde 2003 als Neubau das Technische Rathaus gebaut, was insbesondere die namensgebenden eher technischen Bereiche beheimatet. 

Beschriftung am Eingang
Beschriftung am Eingang

Direkt vor dem Rathaus befindet sich seit 2013 eine Ladestation für Elektromobile. Dieses ist eins von vielen Projekte um Willich umweltgerecht und lebenswert zu machen. Unterstrichen wird dieses mit dem verliehenen European Energy Award in Gold (2014) für die Stadt.

"Willich unter Strom" - Ladestation für Elektroautos vor dem Technischen Rathaus
"Willich unter Strom" - Ladestation für Elektroautos vor dem Technischen Rathaus

Pollerfiguren / KUDL

KUDL heißt das Vereinsheim im ehemaligen Saal Biedemann des Deutsch-Lettischen Freundeskreises e.V. und bedeutet Kultur Unterhaltung Deutsch Lettisch. U.a. durch diese Initiative wurde das frühere Gastronomiegebäude wieder ein fester Bestandteil im Ortsleben. 

Ehemaliger Saal Biedemann mit Pollerfiguren
Ehemaliger Saal Biedemann mit Pollerfiguren

Viele Neersener lieben die handgestrickten Pollerfiguren vor dem Gebäude. Obwohl des öfteren Objekt des Diebstahls oder der mutwilligen Zerstörung wird immer wieder neu die Stricknadel in die Hand genommen und die Einfahrt in den Ortskern damit verschönert.

Auswahl Pollerfiguren 2014

Auswahl Pollerfiguren 2015


Weitere Gebäude

Gaststätte "Am Schwarzen Pfuhl"
Gaststätte "Am Schwarzen Pfuhl"
Altes Rathaus und Familienzentrum Nr.7
Altes Rathaus und Familienzentrum Nr.7
Kath. Grundschule Vinhoven, Pappelallee
Kath. Grundschule Vinhoven, Pappelallee
Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Willich, Löschzug Neersen
Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Willich, Löschzug Neersen

Nierssee, Cloer und Bettrather Dyk

Die Cloer
Die Cloer

Südlich von Neersen im Bettrather Dyk mündet das kleine, rund 7 km lange Flüsschen Cloer in die Niers. Die Wasserqualität ist kritisch, so daß seit einiger Zeit ein Renaturierungsprogramm läuft und die künstliche begradete Cloer wieder attraktiver und umweltgerechter werden soll. Das hier befindliche Naherholungsgebiet bietet Graugänsen und anderen Vögel Ruheräume. Die Cloer mündet hier in die Niers.

Niers am Bettrather Dyk
Niers am Bettrather Dyk
Angelsee am Bettrather Dyk
Angelsee am Bettrather Dyk

Nierssee

Nierssee
Nierssee

Noch weiter südlich an der Niers und übergehend in das Stadtgebiet von Mönchengladbach befindet sich der Nierssee. Dieser wurde um 1970 im Rahmen der Bauarbeiten am Autobahnkreuz Neersen (A44 / A52) künstlich angelegt. Der See ist ca. 600m lang, 350m breit sowie bis zu 10m tief und sorgt zusammen mit der dortigen Kläranlage für eine gute Wasserqualität in den angrenzenden Flüssen und dient dem Hochwasserschutz. Im See können bis zu 350.000 m3 können zurückgehalten werden und den Wasserstand im Kreis Viersen so bis zu 30 Zentimeter reduzieren. Insbesondere der hochwassergefährdete Wohnbereich am Grenzweg profitiert hiervon. Die Kläranlage wird vom Niersverband betrieben. 

Clörath

Clörath - an der Niers zwischen Viersen und Neersen
Clörath - an der Niers zwischen Viersen und Neersen

Bis Ende 1969 war die sehr ländliche Ortschaft Clörath ausschließlich ein Stadtteil von Neersen. Danach wurde die Fläche dreigeteilt: bis zur Bahnstrecke zwischen Krefeld und Mönchengladbach, an der auch der naheliegende Anrather Bahnhof bedient wird,  verblieb ein Teil in Neersen. Ein großer Teil der dahinterliegenden Fläche wurde zu Viersen und ein kleineres Gebiet zur damals neuen Stadt Tönisvorst eingegliedert. Dazu kommt, daß sich ein Teil der Bewohner zu Anrath gehörig fühlt, da dieser Ortsteil der Stadt Willich oft am erreichbarsten ist oder durch z.B. Schule oder Vereine sich Gemeinsamkeiten ergeben hatten.

In der Mitte, direkt am Bahnübergang erkennt man an diesem Schild die Zuordnungen
In der Mitte, direkt am Bahnübergang erkennt man an diesem Schild die Zuordnungen

Sehenswert sind - obwohl somit nicht mehr auf dem Willicher Stadtgebiet von Clörath - neben der hier leider begradigten Niers auch die von ihr getrennten, aber renaturierten Alt-Arme an der nur noch teilweise erhaltenen Clörather Mühle und das nur noch als kleine Ruine zu sehende Haus Clörath (ca.1230 erbaut und um 1794 zerstört). Das Haus Clörath wurde auch von der oben bereits erwähnten Familie der Grafen von Virmond bewohnt und war somit eng verbunden mit dem Schloss Neersen. Da die sich heute im Kreisbesitz befindliche Ruine nun auf Privatgelände befindet, wurde am angrenzenden Wirtschaftsweg eine Aussichtsplatzform gebaut. Hier kann man gleichzeitig die Ruine, die Mühle und die Altarme sehen.

Aussichtsplatform mit Blick auf das Haus Clörath (Horizont, Orange) und rechts davon die Clörather Mühle
Aussichtsplatform mit Blick auf das Haus Clörath (Horizont, Orange) und rechts davon die Clörather Mühle

Eine Rarität sind die in der Hohnschaft Clörath auch noch heute (2014) im Betrieb befindlichen Handmelder für die Schrankenübergänge. Hiermit kontaktieren die Fußgänger und Radfahrer die Bahn und bitte um Freigabe der Strecke.

S. Lucas Fotografie

Das Niederrhein-Album

Sascha Lucas

Tel. 0151 52444440

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